Details

Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland

Auftraggeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Laufzeit: Februar 2009 - April 2012

Projektpartner:

Interdisziplinäres Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (IFF) - Universität Bielefeld

Projektbeschreibung:

Menschen mit Behinderungen sind aufgrund körperlich-psychischer und kognitiver Abhängigkeiten einem besonderen Risiko ausgesetzt, in verschiedenen Altersphasen und Lebenssituationen Opfer von psychischer, physischer und sexueller Gewalt zu werden. Hierbei spielen u.a. auch strukturelle Gewalt und Diskriminierung sowie Vernachlässigung im Kontext von Betreuung und Pflege eine besondere Rolle. Bisher wurden jedoch nur einige wenige und zudem nicht repräsentative Studien zum Ausmaß von Gewalt gegen Frauen und Männer mit Behinderungen in Österreich, Deutschland und England durchgeführt. Das Forschungsprojekt ist die erste große repräsentative Studie zur Lebenssituation und zu Belastungen von Frauen mit Behinderungen in Deutschland. Befragt wurden bundesweit ca. 1.500 zufällig ausgewählte Frauen mit verschiedenen Behinderungen, die in Privathaushalten sowie in unterschiedlichen Einrichtungen und Wohnprojekten leben. Die Studie hat differenzierte und qualitativ hochwertige Befunde nicht nur über die Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Behinderungen, Beeinträchtigungen und chronischen Erkrankungen sowie über Ausmaß, Entste-hungszusammenhänge und Folgen von psychischer, physischer und sexueller Gewalt hervorgebracht. Die Studie zeigt darüber hinaus das hohe Ausmaß an struktureller Gewalt und Diskriminierungen gegenüber Frauen mit Behinderungen auf. Identifiziert wurden zudem Risikokonstellationen und besonders benachteiligte bzw. vulnerable Gruppen. Damit wurden bestehende Wissenslücken über das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen geschlossen, der konkrete Handlungs- und Unterstützungsbedarf ermittelt und eine solide empirische Basis für gezielte Maßnahmen und Strategien gegen Gewalt und Diskriminierung von Frauen mit Behinderungen geschaffen.

Die Ergebnisse der Studie wurden im April 2012 auf einer großen Tagung in Bielefeld ausführlich vorgestellt und mit über 300 TeilnehmerInnen aus Wissenschaft und Praxis diskutiert. Das Projekt war ein interdisziplinäres Kooperationsprojekt mit ProjektpartnerInnen in Bielefeld, Frankfurt, Berlin/Freiburg und Köln.

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