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Befragung von Gynäkologinnen und Gynäkologen in den Frühen Hilfen

Auftraggeber: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Laufzeit: November 2017 - April 2019

Ein zentrales Ziel des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln ist es, "Kindern durch einen flächendeckenden Auf- und Ausbau von Angeboten Früher Hilfen sowie einer möglichst wirksamen Vernetzung von Hilfen des Gesundheitswesens und der Kinder- und Jugendhilfe zu ermöglichen, gesund aufzuwachsen und ihre Entwicklungspotenziale zu entfalten."

Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere Schwangere und Familien mit Kindern von null bis drei Jahren, deren Lebenssituationen durch Belastungen (z. B. Armut, soziale Isolation und Bildungsbenachteiligung) gekennzeichnet sind. Die Notwendigkeit der Kooperation ist in den Frühen Hilfen unumstritten, da ein gesundes Aufwachsen nur durch eine ganzheitliche Sichtweise unter besonderer Berücksichtigung der Aspekte Bildung, Förderung und Schutz möglich ist.

Eine zentrale Herausforderung für den weiteren Auf- und Ausbau der Frühen Hilfen in Deutschland stellt daher die Stärkung der Kooperation zwischen Gesundheitswesen und Kinder- und Jugendhilfe dar. Neben Geburtskliniken, öffentlichem Gesundheitsdienst und der niedergelassenen Kinder- und Jugendmedizin sind Gynäkologen/-innen aus mehreren Gründen wichtige Partner im Netzwerk Frühe Hilfen.

Das SOKO Institut wurde damit beauftragt die Schnittstelle zwischen den Akteuren der Frühen Hilfen und den Gynäkologen/-innen im Zeitraum von November 2017 bis April 2019 zu untersuchen. Um die Einbindung von Gynäkologinnen und Gynäkologen in die Netzwerke Frühe Hilfen und den Umgang mit psychosozial belasteten Patientinnen weiterzuentwickeln und zu verbessern, sollen diese in einer zweistufigen Untersuchung zu folgenden zentralen Forschungsfragen befragt werden:

  • Inwieweit sind kommunale Strukturen und Angebote Früher Hilfen den Gynäkologen/innen bekannt?
  • Wie handeln Gynäkologen/innen im Kontext psychosozialer Belastungen von schwangeren Patientinnen und Frühen Hilfen?
  • Wie bewerten Gynäkologen/innen Möglichkeiten der Unterstützung von Schwangeren und jungen Familien?

Um diesen Fragen nachzugehen erfolgt 2018 eine repräsentative Auswahl von niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen, die Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen durchführen, die schriftlich befragt werden. All diejenigen, die die Teilnahme an der Studie ablehnen, sollen im Rahmen einer Non-Responder Erhebung kurz zu den Gründen ihrer Nicht-Teilnahme befragt werden. Um weitere Erkenntnisse zur Schwerpunktsetzungen und Assoziationen zum Thema zu bekommen, werden in ganz Deutschland vertiefende qualitative Studien (in Form von Fokusgruppen) mit Gynäkologinnen und Gynäkologen durchgeführt.