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Befragung von Beschäftigten und Experten aus der Plattformwirtschaft im Rahmen des EU-Projektes IRSDACE (Industrial Relations and Social Dialogue at the Age of Collaborative Econmy)

Auftraggeber: Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit GmbH (IZA)

Laufzeit: Januar 2018 - März 2018

Der Fortschritt digitaler Technologien hat in jüngster Zeit zu neuen Formen der Erwerbsarbeit geführt, die mit den Schlagwörtern „Crowdwork“ und „Gig-Economy“ verbunden sind. Diese Entwicklung geht mit einer neuen Form der Arbeitsorganisation einher, die sich an drei Aspekten festmachen lässt. Zum einen übernehmen Internetplattformen bei der Erbringung und Vermittlung von Dienstleistungen zunehmend eine wichtige Rolle, da sie die Vermittlung von Erwerbsarbeit aktiv gestalten bzw. steuern können. Die Entwicklung von Internetplattformen gibt zweitens Unternehmen verstärkt die Möglichkeit, bestimmte Aufgaben an externe Arbeitskräfte zu vergeben. Drittens können sich für  Erwerbstätige neue Erwerbsmöglichkeiten ergeben. Da diese keine abhängig Beschäftigten der Plattform sind, wählen Erwerbstätigeselbständig die Art und den Umfang ihrer Beschäftigung, was mehr Flexibilität und Autonomie mit sich bringt. Dagegen hängt die Erzielung eines gewissen Einkommens anders als bei abhängig Beschäftigten aber direkt von der Auftragslage und der Konkurrenz anderer Anbieter ab.
Ziel dieser Studie ist es, den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion in umfassender Weise festzuhalten, um eine evidenzbasierte Bewertung hinsichtlich der Verbreitung, Erwerbstätigenstruktur und den Arbeitsbedingungen plattformvermittelter Erwerbsarbeit vorzunehmen.
Das SOKO Institut führt als Unterauftragnehmer des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit GmbH (IZA) in Bonn die qualitativen empirischen Erhebungen in Deutschland durch. Zu diesem Zweck werden in ganz Deutschland qualitative leitfadengestützte Experteninterviews sowie qualitative leitfadengestützte Gruppendiskussionen mit Personen, die Dienstleistungen bzw. Güter über Internetportale (z.B. Uber, AirBnB, Foodora) anbieten sowie Arbeitgebervertreter (bspw. aus Arbeitgeberverbänden), Arbeitnehmervertreter (bspw. aus Gewerkschaften, Betriebsräte), Politikschaffende und Wissenschaftlern durchgeführt.