|
|
 |
|
|
|
 |
 |
Zur Studie
|
|
1. Zur Problematik der Gewalt gegen Männer
2. Forschungsstand
3. Beschreibung der Pilotstudie
4. Durchführung der Studie
|
 |
Zur Problematik der Gewalt gegen Männer
|
|
|
|
"Gewalt gegen Männer tritt in verschiedenen Facetten auf. Diese Erscheinungsformen aufzuschlüsseln, bietet die Chance, das weite Feld männlicher Gewalterfahrungen zunächst einmal sichtbar und damit auch fassbar zu machen. Allerdings ist die Forschungslage hierzu völlig unzureichend. Es gibt so gut wie keine originäre Empirie noch eine entsprechende Theoriebildung. Dies ist ein gesellschaftsstruktureller Ausdruck der Tabuisierung der männlichen Gewalterfahrungen in den männlichkeitsdominierten Verhältnissen. Die folgenden Ausführungen sollen daher nur als eine grobe Skizze verstanden werden, die weiterführende vertiefende und klärende Studien anstoßen will.
Im Gegensatz zur Problematik von männlichen Gewalterfahrungen liegen bezogen auf Kinder seit zwei Jahrzehnten zahlreiche Studien vor. Und trotzdem gibt es auch hier starke Differenzen in deren Aussagekraft. Generell ist es schwierig, das Ausmaß und die Verbreitung von Gewalt an Mädchen und Jungen in seriösen Zahlen zu fassen. Prävalenzangaben sind abhängig von der verwendeten Definition. Eine enge Definition führt zu niedrigeren Resultaten als eine weite. Da die wissenschaftliche Literatur auf sehr unterschiedliche Definitionen zurückgreift, folgt daraus, dass es keine einheitlichen und einfach vergleichbaren Angaben von Kindesmisshandlung geben kann. Zum Teil divergieren die Ergebnisse von Studien erheblich." (aus: H-J. Lenz: Mann oder Opfer? Kritische Männerforschung zwischen Verstrickung in herrschende Verhältnisse und einer neuen Erkenntnisperspektive. Eine Einführung ins Thema. In: Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.): Mann oder Opfer? Dokumentation einer Fachtagung der Heinrich Böll Stiftung und des Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse" am 12./13. Oktober 2001 in Berlin, Berlin 2002. Download)
Zur weiteren Information lesen siehe Literatur
|
|
Zur Problematik der Gewalt gegen Männer
Forschungsstand
Beschreibung der Pilotstudie
Durchführung der Studie
|

|
|
 |
 |
Forschungsstand
|
|
In Deutschland liegen derzeit keine aktuellen repräsentativen Daten zu Gewalt gegen Männer und Frauen im Allgemeinen vor. So enthalten die Kriminalstatistiken nur die zur Anzeige gebrachten Fälle. Da aber gerade bei Partnergewalt nur ein Bruchteil der Delikte angezeigt wird, sind diese Statistiken lediglich begrenzt aussagekräftig.
Gewalt gegen Männer tritt in verschiedenen Facetten auf. Auch über Männer als Opfer verschiedenster Gewaltarten liegen bislang zu wenig Kenntnisse - im Hinblick auf originäre Empirie wie in der Theoriebildung - vor. Männer haben zwar vielfältige Gewalterfahrungen, aber in anderen Kontexten und mit anderen Folgen als Frauen. Daher lassen sich auch die vorhandenen Forschungsinstrumente zu "Gewalt gegen Frauen" nicht einfach auf Männer übertragen, d.h. Männer müssen anders befragt werden.
Um erstmalig repräsentative Zahlen über die Gewalterfahrungen von Frauen im häuslichen wie im außerhäuslichen Bereich in Deutschland zu gewinnen, wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 1.3.2002 eine Erhebung zu "Gewalt gegen Frauen" in Auftrag gegeben.
Als Voraussetzung für eine entsprechende Erhebung zu Gewalterfahrungen von Männern ist eine Pilotstudie erforderlich, da die Forschungslage hierzu weit weniger entwickelt ist.
|
|
 |
 |
Beschreibung der Pilotstudie
|
|
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beabsichtigt, Zahlen über die Gewalterfahrungen von Männern im häuslichen wie im außerhäuslichen Bereich durch die Befragung von in Deutschland ansässigen Männern zu gewinnen.
Die Studie soll Folgendes leisten:
 |
den derzeitigen Forschungs- und Erkenntnisstand sowie unterschiedliche Forschungsmethoden beschreiben und bewerten,
|
 |
mit Hilfe qualitativer Interviews ein geeignetes Instrument für repräsentative Studien zu Ausmaß, Hintergründen und Folgen von Gewalt gegen Männer entwickeln und erproben sowie eine erste zahlenmäßige Schätzung vorlegen,
|
 |
den Erkenntnisbedarf und bisherige Wissenslücken aufzeigen.
|
Die Originaldaten sollen nach Abschluss der Untersuchung allgemein zugänglich archiviert werden.
|
|
 |
 |
Durchführung der Studie
|
|
Die Projektpartner Dissens e.V. in Berlin, GEFOWE in Eckenhaid und SOKO-Institut in Bielefeld wurden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beauftragt, die Studie durchzuführen.
Beginn der Studie war der 1. November 2002.
|
 |
 |
|
|